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Kraftfutter für unterwegs

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Das Weiderind und ich teilen eine große Gemeinsamkeit. Anstelle der von Meteorologen empfohlenen vier Jahreszeiten praktizieren wir nur zwei: die Drinnen- und die Draußen-Saison. Für meine wiederkäuenden Freunde ist der Übergang vom muffigen Stall zur frischen Luft nicht so ohne weiteres zu bewältigen. Deshalb rät die Landwirtschaftskammer auf ihrer Internetseite, die Kühe an den ersten warmen Tagen im Jahr nur stundenweise auf die Weide zu lassen und die Freiluft-Dosis dann schrittweise zu erhöhen.

Meine eigene Taktik sieht ganz ähnlich aus: Im März fange ich an, mit dem Rad gemütlich in die Arbeit zu fahren. Im April wecke ich mein Mountainbike aus seinem Winterschlaf und wage kleinere Erkundungstouren rund um Regensburg. Um am ersten Wochenende im Mai ist die Schonfrist dann zu Ende: Die traditionelle Frühjahrsausfahrt bringt gnadenlos ans Licht, mit welchen Fitnesslevel mein MTB und ich in die Saison starten.

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In diesem Jahr steht zum Auftakt eine Zweitagestour im Steinwald und Fichtelgebirge an. Meine drei Mitradler sind allesamt Männer und besitzen als solche schon von Natur aus mehr Muskelkraft als ich. Leider – denn wer mich kennt, weiß, was passiert, wenn ich am Berg hinterherhänge: Ich werde ziemlich schnell ziemlich grantig. Nicht auf die anderen versteht sich, sondern allein auf mich selbst. Doch für die Gemeinschaftslaune macht das nicht unbedingt einen Unterschied: Sie passt sich meinen Mundwinkeln an und rutscht mit jedem Höhenmeter ein Stücken weiter nach unten. Das gilt es natürlich um jeden Preis zu verhindern. Auch, weil die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass wir auf der Tour einer Rinderherde begegnen – und vor meinen paarhufigen Kumpels will ich mich auf gar keinen Fall blamieren. Deshalb habe ich den ganzen Winter hindurch viele, viele Stunden im Obertraublinger Mega Sports verbracht und dort sowohl an meiner Ausdauer als auch an meiner Leidensfähigkeit gearbeitet (wer jemals eine der berüchtigten Cycling-Stunden bei Petra oder Lucy besucht hat, weiß, wovon ich rede). Damit dürfte ich in Sachen Grundkondition gut gerüstet sein. Und sollte sich unterwegs doch einmal ein Durchhänger ankündigen, packe ich einfach eine meiner selbstgemachten Müslibomben aus.

Seitdem mein Schwager das Rezept dafür einmal von einem Marathon-Workshop mitgebracht hat, dürfen die leckeren Teile auf keiner MTB- oder Wandertour mehr fehlen. Wer will, kann die Grundmasse natürlich auch zu klassischen Riegeln formen. Die Kugeln haben allerdings den unschlagbaren Vorteil, dass sie sich auch ohne Dose bröselfrei transportieren lassen. Einzeln in Folie eingewickelt kann man die Kügelchen direkt in der Fahrradtrikot- oder Hosentasche verstauen – ideal für alle, die am liebsten ohne Rucksack unterwegs sind.

DSC_5894Zutaten

  • 20 g Rapsöl (wer keines hat, nimmt einfach Sonnenblumenöl)
  • 120 g Honig
  • 150 g Vollkorn-Dinkelflocken
  • 50 g Walnüsse
  • 50 g Rosinen
  • 50 g getrocknete Aprikosen
  • 50 g getrocknete Apfelringe
  • 1 Orange bzw. 4 EL Orangensaft

DSC_5944Und so stellt man die Müslibomben her:

  • Alle trockenen Zutaten zerkleinern – am einfachsten geht das im Mixer, mit Messer und Muskelkraft klappt’s natürlich auch.
  • Öl und Honig in einem Topf erhitzen. Sobald sich der Honig verflüssigt hat, zuerst die Nüsse und Flocken einrühren, danach die Trockenfrüchte und den Orangensaft unterheben.
  • Die Masse so lange abkühlen lassen, bis man sie gefahrlos anfassen kann.
  • Kleine Kugeln formen und bei 150 °C Umluft ca. 15 Minuten im Ofen trocknen lassen. Je nach Größe kann die Backzeit natürlich variieren.
  • Generell sind die Kugeln fertig, wenn sie sich nicht mehr klebrig anfühlen. Bitte aufpassen, dass sie nicht zu lange im Ofen schmurgeln: Sie dürfen keinesfalls zu hart werden, sondern sollten auf Druck noch leicht nachgeben.
Angelika Krempl

Angelika Krempl

Redakteurin bei Landei Regensburg
Angelika arbeitet als Texterin, träumt aber heimlich davon, sich auf einer Alm in den Alpen niederzulassen. Als verhinderte Hüttenwirtin kocht sie natürlich gerne, am liebsten mit frischem Gemüse vom Regensburger Kornmarkt und einem süffigen Begleitbier dazu. Wenn nicht gerade Winter ist, verbringt Angelika viel Zeit beim Wandern oder auf ihrem Mountainbike. Ob daheim oder in der Fremde ist ihr dabei wurscht – Hauptsache, es geht bergauf. Tipps zu Touren oder Trails sind ihr jederzeit willkommen!
Angelika Krempl
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